30 Apr 2019

Bericht Apfelblütenfest

Das zweite Mal in Folge haben S‘Obst, der Streuobst e.V. und der Landschaftspflegeverband im Landkreis Göttingen Ende April ein Apfelblütenfest auf der Dornröschenwiese in Dransfeld veranstaltet. Hier konnten sich die Besucher*innen nicht nur über die Besonderheit von Streuobst informieren, sondern bekamen auch eine Einführung in die Imkerei und erfuhren, warum Fledermäuse auf offene Hecken- und Baumlandschaften angewiesen sind. Sie müssen nämlich täglich Insekten in der Größenordnung ihres Körpergewichts erjagen, damit sie ihre Jungen großziehen können. Diese Insekten finden sie vornehmlich in der Nähe von Hecken oder offenen Baumansammlungen, daher sind Streuobstwiesen ein beliebtes Jagdrevier für Fledermäuse. Außerdem finden sie in Baumhöhlen, die an Obstbäumen durch abgestorbene Äste entstehen, ideale Rückzugsgebiete und Aufzuchtstätten für ihre Jungen. Der Fledermausexperte Hans-Joachim Haberstock zeigte sich sehr erfreut über die Entwicklung auf der Dornröschenwiese, die sich mittlerweile durch den Baumschnitt und die Heckenpflege wieder in eine offenere Landschaft verwandelt habe, in der sich Fledermäuse wohlfühlen.

Eine artenreiche Insektenwelt benötigt vielfältige Lebensräume: unbewachsenen Boden, Steinhaufen, abgestorbene Pflanzenteile, blühende Wiesen, sonnige und beschattete Bereiche, dichte Hecken und wiederum offene Lagen. Diese sind allesamt auf älteren Streuobstwiesen zu finden und machen sie daher zu besonders schützenswerten „Kultur-Biotopen“. Ohne die regelmäßigen Eingriffe durch den Menschen entwickeln sie sich aber auf lange Sicht zu einem Wald, durch dessen dichte Baumkronen wesentlich weniger Licht dringt und der damit weniger Lebensraum für Pflanzen und Tiere bietet. Die Veranstalter informierten daher gerne über den Obstbaumschnitt und zur Beweidung der Wiese.


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